Floscopa cf. scandens

Gepostet von am Jun 8, 2011 in Alle Kategorien, Pflanzen-Steckbrief | Keine Kommentare

Floscopa cf. scandens

Floscopa cf. scandens ist eine für den aquaristischen Einsatz relativ neu entdeckte Art. Ihr natürliches Vorkommen erstreckt sich von Bhutan über Indien, Laos, Myanmar, Thailand, Vietnam und Oceanien bis Nord-Australien.

Der lateinische Name leitet sich ab von flos – Blüte; scoparie – besenähnlich. Es nimmt Bezug auf die Blütenstände einiger Arten. Scandens = kletternd.

Floscopa scandens Blüte

Floscopa scandens Blüte

Die zu den Einkeimblättrigen gehörende Pflanze bevorzugt feuchte bis nasse Böden und wächst daher bevorzugt entlang von kleinen Flüssen und Bächen.

Als ich im Winter 2010 von H.-G. Kramer einige Triebe von Flocopa scandens bekam, war ich sehr neugierig. Habitus und Form dieser erst seit kurzer Zeit bekannten Pflanze sind für aquaristische Verhältnisse neu. Am ähnlichsten ist sie wohl der bei uns unter dem noch vorläufigen Namen Athraxon gehandelten Commelinaceae und sie gehört auch zur gleichen Familie, wird aber wesentlich größer. Sie ist im Handel bisher nicht zu bekommen. Selbst in aquaristischen Wettbewerben zählt sie nicht zu den Hauptdarstellern.

Was konnte ich also erwarten von einer spannenden, neuen Pflanze, die zwar von einem erfahrenen Aquarianer vermehrt wurde, für die kommerzielle Kultur aber bislang offensichtlich nicht entdeckt worden ist?
Meine Vermutung war, dass es sich um eine der in letzter Zeit populären Pflanzen für Spezialisten handeln würde, die sich in Becken mit viel CO2 und weichem Wasser in Gesellschaft von Tonina, Eriocaulon und Co. wohl fühlen.

Floscopa scandens im Aquarium

Wie immer war zunächst Geduld erforderlich. Einpflanzen und warten. Nach etwa zwei Wochen fing die Floscopa an, zu wachsen. Bei 25°C, in Regenwasser, verschnitten mit etwa 5% hartem Münsteraner Stadtwasser und bei etwa 35 mg/l CO2. In einem ansonsten normal aber dicht bepflanzten Holländischen Gezelschapsbakje. Zuerst langsam, dann etwas stetiger – bis ich nach etwa 6 Wochen die Spitzen der ersten Triebe abschneiden und neu einpflanzen konnte.

Die neu gesteckten Triebe bewurzelten gut und wuchsen weiter und die im Boden verbliebenen Stängel trieben nach kurzer Zeit an zwei bis drei Blattachseln neu aus. Sowohl das eigentlich recht zügige Wachstum wie auch der bereitwilige Austrieb überraschten. Innerhalb der letzten Wochen und Monate hat sich ein dichter, prächtiger und völlig problemloser Bestand entwickelt, der mir wirklich außerordentlich gut gefällt – insbesondere, weil diese Pflanze sich als überaus geeignet und submers wüchsig erwiesen hat.

Durch den an die bekannte Zimmerpflanze Tradescantia (die zur gleichen Famile gehört) erinnernden Habitus stellt die Floscopa außerdem eine echte Neuerung in jedem Pflanzenaquarium dar. Aufgrund dieser Eigenschaften sollte diese schöne Pflanze es bald in die Gärtnereien schaffen und dann auch weniger spezialisierten Aquarianern zur Verfügung stehen, denn sie zählt wirklich nicht zu den Diven unter den Darstellern, sondern scheint ein echter Charakter mit viel Charisma zu sein.

Diese Pflanze ist seit dem 16. Juni 2012 bei uns im Shop erhältlich.


Copyright der Bilder:

Bild 1: Mit freundlicher Genehmigung von Wild Wings and Swampy Things
Bild 2: Stephan Mönninghoff

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