Meine eigenen Becken: Teil 1 von 3 (Das große Aquarium)

Gepostet von am Jul 27, 2011 in Alle Kategorien, Meine Aquarien | Keine Kommentare

Meine eigenen Becken: Teil 1 von 3 (Das große Aquarium)

Ich bekomme oft Anfragen von Kunden zu meinen eigenen Aquarien und habe mich daher endlich aufgerafft, die Fotos der vergangenen Jahre gesichtet und mich entschlossen, meine drei Becken hier zu präsentieren. Es wird eine dreiteilige Serie werden und ich werde die Bilder am Ende jedes Artikels kontinuierlich erweitern bis die Aquarien irgendwann gegen neue ausgetauscht werden.

Ich fange mit meinem ältesten und größten Aquarium an. Das Design ist in keiner Weise ideal, könnte aber schlimmer sein. Mit diesem Aquarium habe ich die meisten Erfahrungen gemacht, auf die ich heute noch zurückgreife, sowohl in technischer Hinsicht als auch unterwasser-gärtnerisch. Ohne also weiter abzuschweifen steige ich mit einem Bild dieses Aquariums ein, als es noch ein Holländisches Pflanzenaquarium war. Technische Details nach dem Bild:

Dutch Style Tank

Ein Holländisches Pflanzenaquarium

Dieses Bild ist um die drei Jahre alt und soweit ich mich erinnern kann mit einer kleinen Digitalkamera gemacht.

Eckdaten

Größe: 255 x 55 x 55 cm.

Wasser

Als ich dieses Becken noch als Hollandaquarium betrieben habe, nahm ich immer 50% Regenwasser und 50% Leitungswasser. Jetzt, wo ich es als Diskusbecken laufen lasse, ist mir das zu gefährlich, weil das Regenwasser zu viel Nitrat mitbringt. Durch die Vögel auf dem Dach, das als Regensammelfläche dient, wird das Wasser unkontrolliert gedüngt. Ich habe seither eine Umkehr-Osmoseanlage in Betrieb. Das Osmosewasser wird in einem 1000l Tank aufgefangen, von wo ich es an die Leitung angeschlossen habe, die zu meinem Becken führt. Man muss sich die Wasserwechsel schließlich so einfach wie möglich machen, damit nicht der Schlendrian die Überhand gewinnt. Temperatur war 23°C. Bei dieser Temperatur habe ich sehr lange Hottonia palustris gepflegt aber auch Arten wie Rotala macrandra, die ich als wärmeliebender eingeschätzt hatte. (Siehe Bild ganz unten).

Dünger

Zur Zeit benutze ich das Nachfolgeprodukt von DuplaPlant 24. Es wird von jemand anderem hergestellt und ist soweit ich weiß nur lokal erhältlich. Damals habe ich Ferrdrakon und Ferrdrakon K benutzt. Beide Düngerarten sind nicht schlecht aber so richtig 100% bin ich noch nicht zufrieden. Daher werde ich mich wohl bald mit dem Selbermischen von Dünger beschäftigen müssen. (Ich werde berichten).

Hotonia palustris

Hotonia palustris

Filter

Die beiden Säulen links und rechts vom Aquarium beherbergen jeweils einen halben Filter. Der Grund für dieses Design ist meine tiefe Abneigung gegen Außenfilter. Sie sind schrecklich umständlich zu säubern, viel zu klein für ein Aquarium dieser Größe und sie müssen unterhalb der Wassersäule stehen um richtig zu funktionieren. Das heißt im Klartext: sie sind normalerweise unter dem Aquarium, wo man schlecht an sie heran kommt. Was letztendlich zu “ich mache ihn nächste Woche sauber” führt. Nicht, dass ein Filter in einem Pflanzenaquarium regelmäßig sauber gemacht werden muss aber dennoch…

Jedenfalls enthält jede der Säulen einen halben Filter. Hört sich kompliziert an, ist aber recht praktisch weil ich auf diese Weise einen Filter als als Langsamfilter betreiben kann und den anderen mit nutze um Technik wie Heizung, CO2-Reaktor, Kühlung usw. zu betreiben.

Hier die linke Seite:

Filter left

Linker Filter (Langsamfilter)

Die gesamte Säule lässt sich für den Zugang zum Filter öffnen. Der Filter ist Teil des Beckens aber natürlich durch eine separate Scheibe abgeteilt. Diese Seite wird als Langsamfilter verwendet. Die Pumpe ist in das Filterbecken eingebaut. Darunter befinden sich Zeitschaltuhren für Beleuchtung und Nachtbelüftung. In Diskusbecken sollte man nachts belüften, weil der Sauerstoffgehalt sonst oft zu stark sinkt. Außerdem gibt es Schalter für Pumpen, Licht auf manuell, Automatik und aus sowie für Heizung und Kühlung. Es ist ein bisschen mehr technischer Aufwand aber jetzt muss ich keine Stecker mehr ziehen. Insgesamt spare ich dadurch etwas Zeit bei Pflege und Wasserwechsel. Außerdem kann ich (z.B. für die Fotos hier) mal eben das Licht anschalten, ohne dafür an Zeitschaltuhren herumfummeln zu müssen.

Dies ist die rechte Seite:

Filter right

Filter rechts und Technik

Diese Seite beherbergt den Schnellfilter mit CO2-Reaktor, Kühler, Temperatur-Regler und Wasseranschluss für möglichst einfache Wasserwechsel. Der Temperatur-Regler ist ein uralter Zweikreisregler von Dennerle und der CO2-Regler ist von JBL und ebenfalls antik, aber funktionstüchtig.

Beleuchtung

Ich verwende 4 Reihen T5 Fassungen (nicht dimmbar), die mit Tageslichtweißen T5 Röhren bestückt sind und aus einem anderen Aquariums stammen. Es ist noch die erste Generation der T5 Fassungen, die damals noch sündhaft teuer waren und auch ständig kaputt gingen. Jetzt laufen sie allerdings störungsfrei seit ca. 6 Jahren. Der Deckel ist zweiteilig und der untere Rahmen kann für Wartung und Röhrenwechsel abgenommen werden. Die Reflektoren sind aus Spiegeln selbst gebaut. Mit Spiegeln kann man alles an Licht aus T5 Röhren herausquetschen. Ich meine, dass Spiegel mindestens doppelt so effektiv sind wie polierte Metallreflektoren. Außerdem sind sie wesentlich beständiger und halten praktisch ewig. Der Nachteil ist ihr Gewicht. Der gesamte Leuchtkasten wiegt so viel, dass er normalerweise nicht von einer Person alleine gehoben werden kann. Daher habe ich einen Federzug angebracht, der für einhändige Bedienung spielend ausreicht. Man kann gerade eben das Drahtseil erkennen, das mit den Federn verbunden ist. Die Federn laufen vertikal in den Säulen.

Light

Licht

Heizung/Kühlung

Ich habe viele Jahre daran geglaubt, dass ein beheizter Aquarienboden gut für das Pflanzenwachstum ist und ich bin mir auch heute noch nicht sicher, ob das so ist oder nicht. Es ist definitiv nicht schädlich – aber ist es notwendig? Ich weiß es nicht. Wie dem auch sei – dieses Aquarium besteht aus jeder Menge Zubehör, was ich schon seit Jahren besitze und daher dachte ich mir, kann ich es genau so gut einbauen.

Wasser- und Bodenheizung werden von dem Dennerle Regler gesteuert. Die Bodenheizung hat immer Vorrang. Kühlung ist ein schwieriges Thema. Ich hatte in diesem Becken versucht, einen Arcadia Kühler ohne externen Controller zu verwenden und bin kläglich gescheitert. Der Temperatursensor in dem Kühler ist etwas unzuverlässig und macht komische Dinge. Da ich aber nun Diskus in dem Becken halte, ist der Kühler ohnehin überflüssig. Ich werde den Kühler in meinem 3. Aquarium benutzen. Dann an einem GHL Computer, der zuverlässig alle Funktionen für mich regelt.

CO2

Ich mag keine Technik in meinen Becken sehen. Erstens muss man sie für Fotos immer erst entfernen und zweitens stören sie das Bild auch wenn man gerade nicht fotografiert. Daher habe ich auch den CO2-Reaktor außerhalb des Aquariums angebracht. Ich nutze einen “Hörmann Reaktor” an einem Magnetventil und per Regelung durch eine pH Elektrode. Leider hat Alwin Hörmann sein Patent verkauft. Die Reaktoren gibt es immer noch aber zu einem wesentlich höheren Preis.

Reaktor

"Hörmann" Reaktor

Bilder

Hier eine Reihe von Bildern, die ich über die Jahre von diesem Becken gemacht habe:

Nächste Woche gibt es einen Bericht über das “Kleine Becken”, was allerdings trotz seiner gerade mal 400 Liter ein technologischer Leckerbissen und etwas für Perfektionisten ist….

 

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