Pflege von Stängelpflanzen

Gepostet von am Aug 18, 2009 in Alle Kategorien, Pflege und Technik | Keine Kommentare

Pflege von Stängelpflanzen

In Pflanzenaquarien werden oft viele Stängelpflanzen verwendet, die regelmäßig gestutzt werden müssen, damit die Unterwasserlandschaft gepflegt und gesund aussieht. Ich habe hier die Pflege anhand vom Myriophyllum pinnatum illustriert, das sehr häufig gestutzt weredn muss. Diese Art wächst so schnell, dass alle drei Wochen neu gesteckt werden muss. Nach drei Wochen ist das Tausendblatt nämlich so sehr gewachsen, dass es wie im nächsten Bild zu sehen ist, einen großen Teil der Wasseroberfläche bedeckt.
Myriophyllum pinnatum

Myriophyllum pinnatum

Will man Myriophyllum pinnatum vermehren, kann man es eine Zeit flutend weiterwachsen lassen. Es wird dann zahlreiche Seitentriebe entwickeln, die wieder einzeln eingepflanzt werden können. Da diese Gruppe aber groß genug ist, wird es jetzt Zeit für die Pflege.

Zuerst wird die gesamte Gruppe aus dem Becken genommen:

Es wird alles aus dem Becken genommen...

Es wird alles aus dem Becken genommen...

Dann werden die einzelnen Stängel nebeneiander auf einem Tisch ausgelegt. (Ich verwende einen Rolltisch aus dem Sortiment eines schwedischen Möbelhauses). Um zu verhindern, dass das Holz die Feuchtigkeit aufsaugt, habe ich die Oberfläche mit einer 4mm Kunststoffplatte aus dem Baumarkt beschichtet. Eine Plastiktüte tut’s zur Not auch. Es ist nicht empfehlenswert, die Pflanzen auf unbehandeltem Holz auszulegen, da das Hoz zu viel Feuchtigkeit aufnimmt und die Pflanzen schnell austrocknen.

Bereit zum Trimmen

Bereit zum Trimmen

Nun werden die unteren Teile der Stängel mit der Schere abgetrennt und entsorgt. Alternativ kann man diese natürlich auch wieder einpflanzen, wenn man das Myriophyllum vermehren will, aber diese Methode dauert länger als das Flutenlassen.

Ich stecke normalerweise in drei Reihen neu also kürze ich die Stängel auf 20, 18 und 16cm, um sofort Stecklinge mit der richtigen Länge bereit halten zu können.

Stecklinge

Stecklinge

Ich fange mit der hintersten Reihe an, indem ich die längsten Stecklinge nehme und arbeite mich dann nach vorne vor. Man braucht etwas Übung, um die Stecklinge auf die richtige Länge zu schneiden, aber man entwickelt schnell eine Routine. Falls einige der Stecklinge sich während des Steckens als zu lang herausstellen, kann man die Enden einfach mit den Fingern abkneifen. Bei dünnstägeligen Pflanzen ist dies immer problemlos möglich. Ich lese zwar immer wieder, dass die Pflanzen nicht richtig anwachsen, wenn man so vorgeht, konnte das aber selber nie beobachten.

Wichtig beim Neupflanzen ist, dass eine lange, schmal zulaufende und wirklich spitze Pinzette verwendet wird. Stumpfe, zu kurze Pinzetten sind nicht geeignet. Die pflanzen sollten mindestens 8 cm tief in den Bodengrund gesteckt werden. Dies ist wichtig, damit man nach später noch einige Korrekturen vornehmen kann (siehe unten).

Neu stecken

Neu stecken

Nach dem Neustecken wird die Gruppe noch nicht ideal aussehen. Wenn Stängelpflanzen die Oberfläche erreichen, wachsen sie flutend weiter und wenn man sie neu steckt, müssen die Pflanzen sich erst wieder zum Licht hin ausrichten. Das dauert etwa 24 Stunden. Die beiden Bilder unten zeigen den Unterschied deutlich:

5 Minuten nach dem neu Stecken

5 Minuten nach dem neu Stecken

24 Stunden nach dem neu Stecken

24 Stunden nach dem neu Stecken

Jetzt wachsen die Stängel wieder gerade und man kann ihre wirkliche Länge viel besser beobachten. Jetzt können die letzten Korrekturen vorgenommen werden. Die zu kurz eingesetzten Stängel werden wieder etwas herausgezogen, bis ein buschiges, an den Köpfen leicht gestaffeltes Erscheinungsbild erreicht wurde – etwa wie eine Schulterlinie. Jede Reihe sollte seitlich etwas niedriger sein als in der Mitte. Versuchen Sie, gerade Reihen zu vermeiden. Daher ist es auch wichtig, die Stängel beim neu Stecken tief genug einzupflanzen. Sonst läuft man Gefahr, die Stängel beim Korrigieren wieder ganz heraus zu ziehen.

Und so sieht das Ergebnis aus:

Fertig!

Fertig!

Hier ist wieder etwas Übung notwendig, bis man es “perfekt” beherrscht. Also nicht aufgeben, auch wenn es beim ersten Mal nicht gleich klappt.


Copyright der Bilder : Stephan Mönninghoff

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